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Hollywood Vibes … mit Celebrity Fotograf Jens Koch

Es ist wieder Berlinale Zeit in der Hauptstadt – definitiv meine Lieblingszeit auf Instagram, Snapchat und Co! Da werde ich in den kommenen Wochen fröhlich Beiträge zu Filmpremieren und Schauspielern von Menschen, denen ich folge, mit einem Herzchen versehen. Es ist natürlich auch die Zeit, in der sich besonders viele Promis, auch internationale, in der Stadt einfinden, in der Fans Schlange stehen und Fotografen versuchen einen besonderen Star vor die Kamera zu bekommen. Schließlich müssen das Netz und die Weeklys mit tollen Fotos zu Interviews und Berichten bebildert werden. Unter dem Tumult der pulsierenden Stadt wird sich  ein besonderer Fotograf, lässig gestylt, entspannt, aber konzentiert zu einem seiner hochkarätigen Termine bewegen. „Starfotograf“ klingt ja eigentlich tierisch abgenudelt und irgendwie voll Eighties, passt aber trotzdem wie die Faust auf´s Auge für ihn und das meine ich sehr respektvoll: der Berliner Fotograf Jens Koch ist nämlich derjenige im Fotofamebiz, der gerufen wird, wenn es darum geht die großen Stars zu portraitieren. Und dabei ist er vor allem auch derjenige, der sich deshalb selbst nicht so wichtig nimmt. Das ist etwas, wofür ich ihn persönlich sehr schätze. Er feiert sich nicht ab, nur weil er mit promineten Persönlichkeiten arbeitet, obwohl ich finde, daß er sich das ruhig hin und wieder mal leisten könnte. Macht er aber nicht. Ich kenne Jens schon einige Jahre, wir arbeiten schließlich auch zusammen, sprich: ich bin durchaus im Bilde, wen er schon auf seiner Promivita stehen hat. Dennoch verschlägt es mir immer wieder die Sprache, wenn er mir so nebenher erzählt, (oder ich seinem Instagram Account entnehme) wen er gerade wieder so fotografiert hat: Bono! Ach so, ja nee, kein Problem #gönnung. Christian Bale, Willem Dafoe, Kevin Costner, Matt Damon, Tom Hanks (TOM HANKS!!!!), Wesley Snipes, mal eben kurz Lady Gaga, die schöne Eva Mendes und nicht zu vergessen Tom Cruise (ja, der Tom Cruise!), außerdem Drew Barrymore… und sein Jared Leto Bild ist einfach unvergleichlich (#fuckyall)

Jared Leto

… Die Fotoliste von Jens ist aber noch sehr viel länger, um nicht zu sagen #heftig lang. Von der Riege deutscher Schauspieler und People aus dem Musikbiz mal völlig abgesehen. Die hat er gefühlt schon alle portraitiert. Jedesmal, wenn er Florian David Fitz wieder vor der Kamera hatte jammere ich ihm nachher ein bisschen ins Telefon, weil er mir doch mal rechtzeitg Bescheid sagen könnte- ich würde mich als Fotoassi tarnen und anschließend versuchen Florian endlich für ein lwyd Interview zu gewinnen. Von mir aus koche ich auch nächstes Mal die Nudeln. Naja, was lange währt, wird vielleicht irgendwann endlich gut.

Matthias Schweighöfer & Florian David Fitz

Aber zurück zu Jens. Der gehört in Deutschland zur Qual der Wahl, wenn es um Celebrity Portraits geht. Dazu ist er noch einer der unprätentiösesten Fotografen, die ich kenne. Ich glaube das lieben die Leute auch so an ihm. Er ist ein Fotograf zum Anfassen- wobei das bitte nicht wortwörtlich zu nehmen ist. Keine Allüren (also keine, die ich hier ausplaudern würde, #hehehehe), keine Bossy-Getue und außerdem schneller, als Speedy Gonzales meepmeep sagen kann. In einem 2 Minuten Slot ein perfektes Foto von Hugh Jackman machen? Kein Problem für den Chef. Das Bild ist nach 1:30 im Kasten. Das ist sicherlich eine seiner großen Stärken: aus dem Minimun an Zeit (und hey, vor allem die U.S. Stars haben sorry really no time….) das Maximun rauszuholen. Doch auch bei großen Produktionen mit einem großzügigen Zeitfenster vergeudet er keine Minute und nutzt immer den Moment. Oder die Magie zwischen den Momenten, wenn ich es etwas poetischer ausdrücken darf. Das Interessante an seiner Arbeit ist für mich der Wiedererkennungswert seiner Portraits und ich nehme hier jede Wette an, daß ich innerhalb von Sekunden eines seiner unter hundert anderen Fotos erkennen kann. Seine Bilder sind immer schnörkellos, authentisch und tragen diese „koch´sche“ Klarheit in sich. Anders kann ich es nicht formulieren.  Ein typisches Koch-Bild ist für mich zum Beispiel das von Ian McKellen – ich könnte es stundenlang anschauen.

Ian Mc Kellen

Womit wir beim nächsten Thema wären. Anschauen. Am kommenden Samstag nämlich stellt Jens Koch im Rahmen der Berlinale einige seiner Werke unter dem Motto „Characters“ aus und ein geladenens Publikum darf sich von seinen Bildern aus nächster Nähe beeindrucken lassen. Wenn es unter den aufgehängten Drucken einen Herzbutton geben würde, so würde ich schon jetzt alle mit einem versehen. Die „Characters“ Ausstellung gibt es dann im April für alle und jedermann zu bewundern und vor allem zu kaufen! Dazu werde ich Euch auf meinen social media Seiten auf dem Laufenden halten! Nun aber habe könnt ihr erstmal eines seiner seltenen Interviews mit ihm lesen, viel Spaß dabei! #lovewhatyoudo #jenskochphotography

Jens und Team beim Shooting mit Wotan Wilke Möhring

 

lwyd: Wenn man soviele, auch internationale Promis, vor die Linse bekommt: beeindrucken die Dich überhaupt noch jemand? Oder gab es mal eine Begegnung, die Dich nachhaltig beindruckt hat?

JK: Ich muss zugeben, daß ich natürlich etwas verwöhnt bin berühmte Persönlichkeiten fotografieren zu dürfen, die man aus dem Musik & Showbusiness kennt. Das ist einfach mein Job. Diese Leute wissen schließlich, wie sie nach außen hin wirken, daher ist es meistens relativ leicht sie zu fotografieren. Einen nachhaltigen Eindruck hat Pamela Anderson auf mich gemacht. Ich baute mein Set, für das sie extra noch ein Ringlicht bestellt hat, in ihrem Hotelzimmer in Paris auf. Sie kam mit reichlich Verspätung in ihr Wohnzimmer und rannte schreiend wieder raus. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht warum. Nachdem sie sich etwas beruhigt hatte, kam sie wieder rein und wir konnten dann ein paar Bilder machen. Dieses Szenario ist mir im Kopf geblieben.

lwyd: Wie war es eigentlich mit Lady Gaga? Du hattest ja am Ende quasi nur einen Wimpernschlag Zeit sie zu fotografieren?

Sie erschien mir ein sehr einfühlsamer Mensch zu sein, wir sprachen eigentlich mehr, als daß wir Fotos machten. Über Journalismus und Fotografie im Allgemeinen. Für die Fotos hatten wir dann tatsächlich weniger, als eine Minute Zeit. Soetwas passiert öfter, ist aber nicht so schlimm, weil es beim Fotografieren ja auch darum geht sich auf jemanden einzulassen. Darum ist es enorm wichtig mit den Menschen zu sprechen und echten Kontakt zu treten.

lwyd: Wie kommt es, daß die Promis sich bei Dir besonders wohl fühlen?

Ich weiß gar nicht, ob das immer so ist, aber wenn es so ankommt, dann freut mich das sehr und nehme ich als Kompliment! Ich denke einige Prominente schätzen es einfach, daß man ein Foto auch schnell machen kann und sie merken, daß tolle Foto auch entstehen können, wenn man wenig Zeit dafür aufwenden muss. Ich möchte den meist sehr beschäftigten Menschen nicht zuviel ihrer wertvollen Zeit rauben.

lwyd: Was ist die größere Herausforderung für Dich? Ein 3 Minuten Shooting, oder wenn Du stundenlang Zeit hast?

Die größte Herausforderung ist die Person innerhalb von oft wenigen Sekunden ganz für sich zu gewinnen. Dieser Moment kann durch eine witzige Provokation entstehen, oder die Nachfrage nach einer witzigen Anekdote. Dabei ist die Vorbereitung für ein Shooting, egal, wie lange es dauert wirklich das Allerwichtigste. Dazu gehört das Photo Setup, das richtige Licht und auch das vorherige Auseinandersetzen mit der Person. Ich schaue mir vorher bereits bestehende Fotos der Person an, um zu verstehen wie sie vor der Kamera agiert.

lwyd: Wen würdest Du gerne mal fotografieren?

Til Lindemann von Rammstein und Ricky Gervais.

lwyd: Mit welcher Kamera fotografierst Du eigentlich?

Ich fotografiere mit Canon, wobei die Technik an der Portraitfotografie wirklich nicht das Wichtigste ist. Beim Porträt geht es für mich darum, was vor der Kamera passiert und nicht mit welcher Kamera das festgehalten wird. Ein beeindruckendes Portrait kann man heute auch locker mit dem Smartphone machen.

lwyd: Wo und wie hast Du eigentlich das Fotografieren gelernt?

Das Fotografieren habe ich mir tatsächlich mit 17 Jahren selber beigebracht, indem ich mir Fotos in Magazinen angeschaut habe, meistens Schauspielerportraits. In meinem Kopf habe ich dann eine Traumwelt entschlüsselt, wie das Foto entstanden sein könnte. Durch die praktische Arbeit für unterschiedlichste Zeitungen lernte ich dann über die Jahre von alleine das richtige Licht zu setzten. Bis heute experimentiere ich gerne herum, um mich weiterzuentwickeln.

lwyd: Wie würdest Du Deinen Fotostil beschreiben?

Freestyle. Diese Definition trifft es, glaube ich, am besten. Ich versuche locker und offen auf eine Person zuzugehen und schaue was ich aus ihr herauskitzeln kann. Im besten Fall kommt Charisma und Sympathie dabei heraus. In eine Schublade wurde ich meinen Stil daher eher nicht stecken wollen.

lwyd: Welche Vorteile schätzt Du besonders an Deinem Beruf?

Ich schätze an der Fotografie, daß ich ständig interessante Persönlichkeiten kennen lernen darf. Das gelegentliche Reisen ist natürlich auch eine tolle Annehmlichkeit.

lwyd: Wen fotografierst Du als nächstes?

Ich freue mich auf Hugh Jackman, den ich schon zweimal treffen durfte. Für das dritte Mal muss ich mir noch etwas noch besonderes einfallen lassen….

Hugh Jackman

Vielen Dank für das Interview lieber Jens!

 

Jens Koch @work mit Palina Rojinski , Slash und ein Selfie mit mir bei einer Jobreise in Kroatien

Alle Fotos in diesem Artikel unterliegen dem Copyright von Jens Koch

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